Die 7 wirklich richtigen Social Media Trends für 2022. Bei Trend 4 wirst du weinen!

Das Jahr 2022 naht, in einigen Discountern stehen schon Lebkuchen und der Regen wird kälter. Zeit, einen Ausblick auf das Jahr 2022 zu werfen und auf Trends, die vielleicht seit Jahren schon als Trend zählen und auch 2025 wohl Trend sein werden. Trotzdem wollen wir uns die, meiner Meinung nach, 7 wichtigsten Themen einmal näher ansehen (Reihenfolge spielt keine Rolle):

 

1) Noch (viel) mehr Video, aber kurz

Sicherlich nicht nur durch Corona haben vor allem Videos im Jahr 2021 mächtig an Bedeutung gewonnen. TikTok als Treiber, aber mittlerweile auch Instagram mit Reels und natürlich YouTube. Binnen eines Jahres sind die Aufrufe auf den gängigen Social Media Plattformen um knapp 80% angestiegen – darunter immer mehr professioneller Content wie Ratgeber, Tutorials / Erklärvideos und Sportereignissen. Das haben Einzelpersonen ebenso erkannt wie Unternehmen, wenn man etwas tiefer in die Materie einsteigt. Sicherlich wird 2022 keine Bremse sein, sondern wenn man Google glauben darf ist das erst der Anfang. Schon 2025 sollen Videos 80% (!) des Internet-Traffics (!!) ausmachen. Und da immer mehr Menschen mobil konsumieren dürfte hier auch eine krasse Verlagerung von Web auf Mobile erfolgen.

Durch die Zeitknappheit von vielen von uns werden vor allem Videos kürzerer Laufzeit bevorzugt (ausgenommen Tutorials). Die ideale Länge z. B. bei TikTok oder Reels liegt bei 20-60 Sekunden.

 

2) SEO auf Langfristigkeit weiter optimieren

SEO und SEA ist eigentlich kein Trend, sondern sollte permanent bei Unternehmen entsprechend hoch im Kurs stehen. Vor allem die Bilder- sowie Sprachsuche (!) werden an Bedeutung zulegen, auch mit deutlich zunehmender Personalisierung können Marken / Unternehmen Chancen nutzen, um noch zielgruppenspezifischer auf sich aufmerksam machen zu können. Ebenso kann interaktiver Content (Gewinnspiel, Quiz, Umfragen) dabei helfen, mehr über den Nutzer herauszufinden und durch eine höhere Verweildauer auf der Seite auch entsprechend bei den Suchmaschinen zu ranken. Wichtig ist auch, inwiefern ausgespielte Ads dabei helfen können. Lohnen sich die Ausgaben (ROAS)? Taugt die Landingpage oder der Content, auf den der interessierte User gelenkt wird? Sicherlich kann auch Machine Learning und KI dazu beitragen, als Unternehmen schneller und vor allem smarter zu agieren.

 

3) Nachhaltigkeit / Soziales Engagement

Plastiktüten verschwinden aus den Supermärkten, bringe eigene Kleidung mit und erhalte einen Gutschein für neue Kleidung, statt Kataloge gibt es online mehr Informationen und Shopping-Optionen: Die Corona-Pandemie hat sicherlich auch hier etwas nachgeholfen, dass Verbraucher bewusster denken. Ressourcenverbrauch, faire Löhne, transparente Herkunft von Artikeln, regionale Produkte: Wichtige Themen, die Unternehmen sich zu nutze machen können und damit zeitgleich etwas Gutes tun.

Transparenz aber nicht nur im Produktionsumfeld. Auch der Umgang mit persönlichen Daten wird immer mehr zum Thema. Aufklärung statt Verschleierung! Ich habe lieber bei einem Unternehmen einen Account, den ich jederzeit schnell löschen kann als einen, den ich ewig suchen muss. Im schlimmsten Fall muss ich ne Mail schreiben. Kundenfreundlichkeit und DSGVO konformes Handeln wird mit Trust belohnt. Und Trust ist die neue Währung in 2022.

 

4) Mehr Fokus auf Stammkunden

Immer wieder liest du von Leuten auf Twitter und sonst wo, wie sie als Stammkunde von Unternehmen regelrecht verarscht werden. Ich selbst habe auch schon x-mal selbst erlebt, wie Neukunden umgarnt, Bestandskunden vernachlässigt werden. Wie heißt es so schön bei z. B. Mobilfunk: „Oh, Sie möchten zu uns? Hier das iPhone 13 Pro Max, die Apple Watch 7, das neue iPad 2021 und noch 500 Euro Startguthaben mit 40GB Datenvolumen für 39,99 Euro im Monat!“. Hingegen: „Oh, Sie möchten den Vertrag verlängern? Hier, ein Stück trockenes, verbranntes Brot. Und nun stören Sie nicht in meiner Pause!“

Sie denken, diese Geschichte ist frei erfunden? Da muss ich Sie leider enttäuscht. Zumindest die Art und Weise ist leider im tagtäglichen Umfeld genau so.

Dabei kann Bestandskundenpflege so einfach sein: Durch hauseigene Clubs und Treuepunkte, durch Rabatte je länger man dabei ist, natürlich auch durch klassische Kundenkarten oder weitere Vorteile wie VIP-Service oder exklusive Inhalte. Wenn man sich aber mal beispielsweise Verlage ansieht… wenig Wachstum, kaum Optionen, einzelne Artikel auf die Schnelle zu kaufen wenn nötig (nein, ich will kein 24-Monats-Abo für 40 Euro im Monat!). Digital schlägt Print – das ist nichts Neues. Aber wie leicht es einige Unternehmen der „modernen Technologie“ machen sie zu verdrängen. Besser als Kino.

Bestehende Kunden (wie ich auch) möchten Wertschätzung. Möchten wen haben, den sie ansprechen können. Möchten Trust (da haben wir es wieder!). Ich will keine Neukundenwerbung sehen und denken: Scheiße, wieso die und ich nicht?

Und wenn wir dann schon dabei sind: Auch hier ist Personalisierung Pflicht. Letztens habe ich von About You Newsletter erhalten. Die haben meine Adresse, Angaben etc., wissen, was ich bestellt habe (Herrenmode). Und was bekam ich? Werbung für Bikinis. Geile Sache. Nicht.

 

5) User Generated Content

Seit 2007 arbeitete ich in Agenturen, 3 Jahre Media, Rest andere und habe sehr viele Kunden beraten. Und immer wieder tauchte das Thema Content auf. Woher kommt er? Was brauchen wir? Was will der Leser sehen? Was nicht? Was weckt vertrauen und was zerstört es eher? Mit allen den Jahren und Aufdeckungen von Fakebewertungen auf Shoppingportalen nahm die Relevanz der Bewertungen in den letzten 1-2 Jahren wieder deutlich zu. Auch Bewertungen auf Google sowie Facebook kamen zuletzt immer wieder mehr in den Fokus, sodass ich für 2022 einmal sagen möchte: UGC sollte Teil der Online-Strategie sein, die sich sogar offline fortsetzen lässt. Content von Verbrauchern, Kunden, Spielern ist oftmals vertrauenswürdiger als „Statements from Hell“ aus der PR oder Unternehmenskommunikation. Und dabei rede ich nicht von gekauftem Influencer-Content, sondern von reellen Bewertungen und Berichten.

 

6) Mikro-Influencer-Marketing

Immer wieder schön zu sehen (/Ironie), wie große Influencer Produkte bewerben. Ich selbst hatte früher mit einem international sehr bekannten Fussballer eine Kampagne für eine Versicherung gemacht. Ich riet allerdings davon ab, da der Fussballer zu der Zeit in der Türkei spielte und ich zu 98% sicher war, dass der gepostete Inhalt Null Strahlkraft auf die Marke haben wird. Long story short: War natürlich auch so, der Fussballer hatte 4 free ein zweites Posting gemacht mit ähnlichem Effekt: Türkische Liebesbekundungen an den Spieler, der für ihren Verein steht. Die besagte Versicherung hat in Deutschland damit gar keinen Effekt erzielt.

Mikro-Influencer könnten 2022 einen Unterschied ausmachen. Wir reden hier von Personen, die keine 100.000 Follower haben, eher 2-3k aufwärts und eine treue Community. Eine Community, die sich wirklich für das interessiert was der Influencer sagt und nicht ihn/sie als Person nur „liken“ will. Man merkt oft an den Statistiken, ob ein Influencer was taugt oder nicht. Die Interaktions- sowie Engagement-Rate ist oftmals höher, sogar höher als bei „Makro-Influencern“ (ab 50.000). Lieber mit 10-15 Mikro-Influencern arbeiten (je nach Produkt/Marke) anstatt sich auf 2-3 große verlassen. Meine Meinung.

 

7) Live & Stories

Nicht nur durch spannende Formate auf Twitch, auch durch andere Streaminganbieter und Aktionen hat sich Livecontent bisher in 2021 gut etabliert und ich bin mir sehr sicher, dass das in 2022 noch ausbaubar sein wird. Einblicke hinter die Kulissen, Aufbau von Beziehungen, „dem Unternehmen ein Gesicht geben“ – sowohl auf Twitch wie auch Facebook oder Instagram kann man damit ideal Menschen für sich und seine Marke begeistern. Exklusive Verfügbarkeiten und Aktionen, kurzfristige Inhalte oder Überraschungs-Streams sind eine schöne Abwechslung zu anderen Formaten in Zeiten, wo sich die potentielle Kundschaft auf die Sachen konzentriert, die sie für relevant hält. Noch nie war die Zeit so knapp wie aktuell, so scheint es mir.

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